Bündnis gegen Abschiebungen fordert Bleiberecht für geflüchtete Familie aus Roxel

Eine iranische Familie aus Roxel soll akut entsprechend der Dublin-Verordnung nach Spanien abgeschoben werden. Das Bündnis gegen Abschiebungen Münster findet dies skandalös und fordert ein Bleiberecht für die Familie.

Die Familie ist auf ihrer Flucht über Spanien nach Europa eingereist. Lediglich drei Tage nach ihrer Ankunft dort sind die Eltern mit ihren drei jungen Kindern weiter nach Deutschland geflüchtet und haben sich hier seit ca. neun Monaten eingelebt. Doch eine Erstregistrierung in Spanien gibt dem BAMF den Anlass, die Familie dorthin zurück abzuschieben.

In Spanien erwartet die Familie eine erneute Entwurzelung und die Gefahr, obdachlos zu werden. Denn die Plätze in den Aufnahmeeinrichtungen sind rar und die maximale Aufenthaltsdauer beträgt 6 Monate (1). „Eine Familie aus ihrem neu gewonnen Umfeld zu reißen, halten wir für vollkommen verantwortungslos“, so Karin Mäufer vom Bündnis gegen Abschiebungen. „Eine Abschiebung kann schwerwiegende Folgen für die Familie haben. Besonders die Nachwirkungen der schweren Krankheit von einem der drei Kinder muss berücksichtigt werden.“

Statt der Möglichkeit, in Roxel weiter Fuß zu fassen, muss die Familie jetzt jeden Tag mit einer Abschiebung rechnen. „Die ständige Angst hat starke Auswirkungen auf die Psyche der Familie“, so Mäufer. „Jedes parkende Auto, jedes Klingeln an der Tür könnte der Beginn der Abschiebung sein.“ Die Situation erzeugt daher extremen Stress und äußerste Angstzustände, worunter vor allem die Kinder leiden. Sie befinden sich noch in der Grundschule und können die Situation in ihrem jungen Alter kaum verarbeiten.

Das Bündnis fordert die Ausländerbehörde der Stadt Münster auf, Spielräume zu nutzen und der Familie eine Perspektive zu ermöglichen.

Die WN berichtete: https://m.wn.de/Muenster/Stadtteile/Roxel/3810227-Sorge-um-iranische-Fluechtlingsfamilie-Aus-paedagogischer-Sicht-nicht-tragbar

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